• 0251 149 818 90
  • info@kleeberg-immobilien.de
Ihr Immobilienmakler für Münster und die Region!

Interview Dr. Kleeberg über die Anfänge von German Homes

Vor rund zwei Jahren hat sich mit German Homes ein neues Immobilienmakler-Unternehmen in Münster angesiedelt. Wir haben mit Dr. Jan Kleeberg insbesondere über die Situation am hiesigen Immobilienmarkt gesprochen.



REDAKTION: MÜNSTER GILT IN DEUTSCHLAND ALS EINE DER STÄDTE MIT DEN GRÖSSTEN PREISSTEIGERUNGEN IM BEREICH IMMOBILIEN. WIE SCHÄTZEN SIE DIE AKTUELLE SITUATION IN MÜNSTER EIN?

JAN KLEEBERG: Münster hat in den vergangenen Jahren eine rasante, ja fast schon schwindelerregende Entwicklung genommen. Trotz der enormen Preissteigerungen ist die Nachfrage nach Wohnraum ungebrochen. Ich gehe davon aus, dass in Zukunft die Preise in Münster ebenfalls stabil bleiben - gleichwohl Preissteigerungen deutlich abnehmen werden.

REDAKTION: AUCH WENN DER MÜNSTERANER IMMOBILIENMARKT IN BEWEGUNG IST, DIE ZAHL DER ANGEBOTENEN OBJEKTE IST DOCH RECHT ÜBERSCHAUBAR.

JAN KLEEBERG: Ja, das Angebot in Münster ist tatsächlich recht überschaubar. Die Eigentümer, insbesondere die älteren, sind mit Veränderungen ihrer Lebenssituation sehr behutsam. Vor dem Hintergrund des aktuell niedrigen Zinsniveaus sehen sie oftmals keine Alternativen für die Anlage des dann freiwerdenden Geldes. Die Verknappung des Angebots schlägt voll auf die Preise durch. Wenn bald die Zinsen wieder steigen sollten, dann kommt es auch wieder zu einer gewissen Abkühlung des zugegebenermaßen etwas heiß gelaufenen Immobilienmarktes.

REDAKTION: DAS ZEUGT VON EINER GEWISSEN UNSICHERHEIT. ABER WAS EMPFEHLEN SIE INSBESONDERE ÄLTEREN EIGENTÜMERN?

JAN KLEEBERG: Meine Grundhaltung ist immer, dass derjenige, dem die eigene Immobilie Freude macht, sie auch genießen sollte. Wenn sie aber zunehmend zur Last wird und einem über den Kopf wächst, dann sollte man verkaufen. Dabei ist es erst in zweiter Linie bedeutend, was man mit dem dann verfügbaren Geld anfängt. Letztlich schadet frei verfügbares Geld ja auch nicht. Und gerade als älterer Mensch sollte man nicht unterschätzen, dass eine räumliche Veränderung immer auch mit einer enormen Anstrengung verbunden ist. Man braucht Kraft für das Zurechtfinden im neuen Wohnumfeld und für das Knüpfen neuer sozialer Kontakte. Nur wenn man sich das noch zutraut, wird man sich auch im neuen Wohnumfeld wohlfühlen. Daher rate ich immer, dass man sich selbst sehr genau zuhört, um den Zeitpunkt für eine Veränderung nicht zu verpassen.

REDAKTION: DER PRESSE KANN MAN VERMEHRT ENTNEHMEN, DASS IMMOBILIEN IM LÄNDLICHEN LANDKREISE DIE VERLIERER SEIN WERDEN. WIE SEHEN SIE DAS BEZOGEN AUF DAS MÜNSTERLAND?

JAN KLEEBERG: Ja, betrachtet man die bundesweite Entwicklung, dann kann man diese schon als etwas verrückt bezeichnen. Insbesondere in den großen Städten ziehen die Preise seit längerem stark an. Je ländlicher die Region aber wird und je weiter es bis zur nächsten größeren Stadt wird, desto schlechter die Preisentwicklung. Für das Münsterland kann man eine einfache Faustformel ausgeben – je größer die Nähe zu Münster ist und je besser die Verkehrsanbindung dorthin, desto stabiler die Preise. Als Eigentümer sollte man auch hier wachsam sein.

REDAKTION: ABER WAS SIND DIE GRÜNDE FÜR DAS SCHWÄCHELN DER LÄNDLICHEN REGIONEN UND WIE KANN MAN AUS IHRER SICHT GEGENSTEUERN?

JAN KLEEBERG: Da gibt es viele Gründe. Städte und Gemeinden stehen untereinander im Wettbewerb um die Ansiedlung von Gewerbebetriebe und die Wohnbevölkerung. Für die normale Wohnbevölkerung stehen Kriterien wie beispielsweise Arbeitsplatz, Kinderbetreuung und Schulen, ärztliche Versorgung, Einkaufsmöglichkeiten und Restaurants im Mittelpunkt. Hierbei hat jeder einzelne seine eigene Gewichtung. Lassen Sie uns beispielhaft das Thema Einzelhandel bzw. Innenstädte herausgreifen. Was ist denn in diesem Bereich in den Städten mit 10.000 bis 30.000 Einwohnern in den letzten Jahren passiert? Mit Aufkommen und Etablieren des Online-Handels decken die Bürger ihren Bedarf zunehmend bequem von Zuhause. Gerade kleinere Städte und deren Einzelhändler können dem virtuellen Wettbewerb nicht oder nur schwer standhalten und bleiben auf der Strecke, Geschäfte müssen schließen. So sind heute die ehemals pulsierenden Innenstädte und Fußgängerzonen vielfach durch Leerstand geprägt. 1-Euro Shops, Nagelstudios und Änderungsschneidereien schließen teilweise den Leerstand, führen aber nicht zur Steigerung der Attraktivität der Innenstädte. Aber genau das ist die einzige Möglichkeit für die kleineren Städte. Sie müssen sich nach meiner Überzeugung auf das Thema Erlebnis Innenstadt besinnenund dadurch versuchen zu punkten, das ist deren einzige Chance. Bezogen auf den Online-Handel ist mir persönlich völlig unverständlich, warum dieser seit Jahren unreguliert „wüten“ darf. Warum Online-Händler beispielsweise mit keiner Paketgebühr belastet werden und warum die Unternehmen vielfach steuerbegünstigt aus dem Ausland agieren dürfen, verstehe ich nicht. Das hat mit normalem Wettbewerb aus meiner Sicht nichts mehr zu tun. Innenstädte werden so sehenden Auges geopfert. Städte als solche verlieren an Attraktivität und Anziehungskraft für die aktuellen Bewohner und die potentiellen Bewohner. Das hat zwangsläufig Auswirkungen auf das Preisniveau von Immobilien.

REDAKTION: ABSCHLIESSEND DIE FRAGE – WAS STEHT BEI IHNEN IN DEN NÄCHSTEN MONATEN AN?

JAN KLEEBERG: Es liegen anstrengende Monate hinter und sicherlich auch noch vor uns. Es war doch klar, dass gerade in diesem umkämpften Markt mit fest etablierten Marktteilnehmern niemand auf mich und mein Unternehmen gewartet hat. Ich bin mit der Entwicklung der letzten Monate aber sehr zufrieden. Gleichwohl gibt es keinen Grund sich auszuruhen. Wir wollen und müssen unsere Position am Markt für Immobilien weiter stabilisieren und Marktanteile gewinnen. Hierfür geben wir Gas und werden jeden notwendigen zusätzlichen Meter gehen. Neben der Geschäftsentwicklung hat mich in den letzten Monaten das Thema Mitarbeiter sehr beschäftigt. Umso erleichterter bin ich, dass das Team nun steht. Wir sind jetzt fünf festangestellte Vollzeitkräfte und damit aktuell sehr gut aufgestellt. Alles in allem sind wir auf dem Weg uns zu etablieren. Wir werden zunehmend wahrgenommen und vor allem weiterempfohlen. Das macht mich glücklich und ich freue mich auf die weitere Entwicklung.

Zurück zur News-Übersicht